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Im Vorfeld der Bund-Länder-Konferenz: ÖDP im Landkreis fordert unverzügliche Öffnung der Schulen

Bereits im Dezember hat der Bundesvorstand der ÖDP, dem auch der Direktkandidat für den Bundestag, Jan-Philipp van Olfen angehört, einen interdisziplinären Coronabeirat als Beratungsgremium berufen. Dieser Beirat, dem Ärzte und Akademiker verschiedenster Disziplinen angehören, hat nun seinen ersten Zwischenbericht mit Handlungsempfehlungen vorgelegt. Die ÖDP Kreisrätin Monika Achermann-Weinert wurde als Expertin für Kinder- und Familien in den Beirat berufen, der Kreisverbandsvorsitzende Manuel Tessun als Spezialist für Wirtschaftsangelegenheiten.

 

Im Vorfeld der morgen stattfindenden Bund-Länderkonferenz wirft die ÖDP im Landkreis einen Blick auf eines der drängendsten Probleme, die unverzügliche Öffnungen der Schulen. Der Kreisverband vertritt damit weitestgehend die Positionen der WHO, ECDC und des CDC (1,2,3).

Der Kreisvorsitzende Manuel Tessun sagt dazu: “Die aktuelle Coronapolitik hat massive Auswirkungen auf das Leben unserer Kinder und Jugendlichen. Viele leiden unter dem Lockdown, dem Home-Schooling und den sozialen Kontaktverboten so stark, dass sie davon krank werden. Inwieweit die Beschränkungen die Ausbreitung des Coronavirus unterbinden, ist dagegen äußerst fragwürdig. Belastbare wissenschaftliche Daten fehlen für Deutschland auch ein Jahr nach Beginn der Krise.“

Die Folgen der Maßnahmen dagegen sind unübersehbar. Es zeigen sich enorme Beeinträchtigungen der seelischen und körperlichen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Durch Home-Schooling wird die Kluft zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Kindern immer größer. Ein vollkommenes Versagen des Kultusministe-riums in der Organisation, Vorbereitung und Durchführung von Distanzunterricht tut ihr übriges. Dadurch wird die zunehmende Bildungsungerechtigkeit zusätzlich verschärft.

Viele Versäumnisse des letzten Jahres werden über Jahrzehnte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Kinder haben. Aus gesundheitlicher Sicht führt Monika Achermann-Weinert an: „Eine Studie der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf weist eine Verdoppelung von psychischen Auffälligkeiten bei Kindern seit Beginn der Pandemie nach. Die Schwabinger Chefärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Dr. Sigrid Aberl, berichtet von einer Häufung von Essstörungen wie nie zuvor. Das Sozialreferat der Stadt München berichtet, dass es zu mehr Klinikeinweisungen und Selbstmordabsichten von Kindern in prekären Verhältnissen kommt. Im Frühjahr haben noch manche Eltern das Mehr an Zeit für die Familie positiv bewertet, nun ist der langfristige Schaden der Coronamaßnahmen aber gravierender.“

Entgegen vieler Behauptungen sind Kinder und Schulen nicht Treiber des Infektionsgeschehens. Die Effektivität von Schulschließungen zur Senkung von mit Covid19 assoziierten Todesfällen in den Risikogruppen der Alten und Pflegebedürftigen ist nicht belegbar. Schulen und KiTas sind für Kinder und Jugendliche systemrelevant. Jedwede Einschränkung der Grundrechte von Kindern und Jugendlichen zum Schutz anderer Bevölkerungsgruppen bedarf einer strengen ethischen Abwägung und einer wissenschaftlich konkret belegbaren Rechtfertigung.(4) Diese sehen Achermann-Weinert und Tessun seit Monaten nicht mehr gegeben. Daraus leiten Sie konkrete Forderungen an die Landesregierung ab:

  • Schulbetrieb und Kinderbetreuung sind unverzüglich wieder aufzunehmen und auch unter pandemischen Bedingungen unter Einhaltung sinnvoller Hygienekonzepte aufrecht zu erhalten
  • Verringerung von Klassengrößen und Einführung einer 2. Kraft zur Entlastung des Lehrkörpers – eine bereits langjährige Forderungen der ÖDP und aktueller denn je.
  • Kindern in Quarantäne und Kindern in Hochrisikohaushalten muss Hybridunterricht angeboten werden. Hierzu sind die technischen Voraussetzungen zu schaffen und jede Schule mit einem technischen Vor-Ort-Support auszustatten.
  • Schulen sind zügig in der Weise zu gestalten, dass der Präsenzunterricht mit einem Höchstmaß an Sicherheit möglich ist. Dazu gehören Plexiglasscheiben vor dem Lehrpersonal zur Verhinderung von Tröpfchenübertragungen, Raumlüfter, Ausstattung maroder Schultoiletten mit Warmwasser, Seife, Desinfektionsmitteln und Handtüchern.
  • Der (Eigen)Schutz des Lehrpersonals ist von hoher Bedeutung. Mit täglich kostenlosen Schutzmasken, sowie dem Angebot zur freiwilligen präferierten Impfung und der Möglichkeit zu wöchentlichen, kostenlosen Tests ist ein Höchstmaß an Sicherheit für Lehrkräfte herzustellen.
  • Die Maskenpflicht für Grundschulen und die Unterstufe ist unverzüglich aufzuheben. Gemäß den Empfehlungen der WHO sollte eine Maske frühestens ab 12 Jahren getragen werden. Eine Maskenpflicht im Freien, beim Sport und hinter der Schulbank gehört sofort abgeschafft.

Das Profil der ödp:

In der ÖDP arbeiten Menschen zusammen, die dem Streben nach "Immer mehr" einen anderen Lebens- und Wirtschaftsstil entgegensetzen. Die ÖDP setzt sich für mehr Subsidiarität, Regionalität und direkte Demokratie ein und steht für ein politisches System ohne Firmenspenden und bezahlte Aufsichtsräte. 

Die ÖDP grenzt sich scharf von Verschwörungstheorien und Corona-Leugnern ab. „Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um die Pandemie zu bekämpfen. Aber die richtigen und zielführenden“, betont der ÖDP-Bundesvorsitzende Christian Rechholz. „Dabei dürfen wir auch nicht die starken „Nebenwirkungen“ aus dem Blick verlieren.“

Literaturhinweise: 

  1. ECDC Technical Report. COVID-19 in children and the role of School Settings in Transmission – First Update 23 December 2020.
  2. Honein MA, Barrios LC, Brooks JT. Data and Policy to Guide Opening Schools Safely to Limit the Spread of SARS-CoV-2 Infection. JAMA, published online January 26, 2021.
  3. https://www.who.int/news-room/q-a-detail/coronavirus-disease-covid-19-schoolshttps://www.who.int/publications/i/item/9789240017467, Checklist to support schools re-opening and preparation for COVID-19 resurgences or similar public health crises.
  4. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) Kinder in der COVID-19 Pandemie https://dgpi.de/wp-content/uploads/2021/02/DGPI_DGKH_zu_Kindern_COVID19__05_02_2021.pdf